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Änderung der früheren Planungen für den Dormagener Zentralfriedhof

Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten sowie Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Dienstag, dem 21. November 2006

Änderung der früheren Planungen für den Dormagener Zentralfriedhof - Vergrößerung der Gewerbeflächen und neuer Parkplatz im nordwestlichen Bereich der geplanten Erweiterung des Zentralfriedhofes im Gewerbegebiet Mathias-Giesen-Straße

2006-09-11/ Wi

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

ich bitte Sie höflichst, nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten sowie Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Dienstag, dem 21. November 2006 zu setzen:

Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt,
a) darzustellen, welche Friedhofsflächen vorhanden sind
b) den derzeitigen Belegungsgrad der einzelnen Friedhöfe darzustellen
c) die Anzahl der Sterbefälle und der Bestattungen und dabei die Anzahl der Erd- und Urnenbestattungen für die letzten zehn Jahre aufzuzeigen
d) eine Prognose für den zukünftigen Bedarf an Friedhofsflächen und anonymen Grabstellen aufzuzeigen.

Begründung:
Vor und nach der kommunalen Neugliederung wurden Überlegungen nach Einrichtung eines Zentralfriedhofes für die Stadt Dormagen angestellt. Im rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 326 „Gewerbegebiet Mathias-Giesen-Straße" wurde aufgrund der damals prognostizierten Einwohnerzahl von über 90.000 Einwohnern aufgrund der geplanten Belegschaftszahlen bei Bayer die Friedhofsfläche bis zur Alten Heerstraße planungsrechtlich gesichert. Allein in der damals geplanten „Tatzelwurmsiedlung" in Hackenbroich im Bereich der jetzigen Sport- und Kleingartenanlage sollten in bis zu 264 m langen und bis zu 16 Geschossen hohen Gebäuden 10.000 Menschen untergebracht werden.

Ein entsprechender Ratsbeschluss, die Friedhöfe in den einzelnen Stadtteilen langfristig aufzugeben, wurde später wieder aufgehoben. Inzwischen wurde ein neuer Friedhof in Zons/
Stürzelberg angelegt und die Friedhöfe in Nievenheim, Gohr, Straberg und in einem Teilbereich in Hackenbroich und Delhoven wurden entsprechend erweitert. Diese Entwicklung führt zu dem Schluss, dass die planungsrechtlich festgesetzte Erweiterungsfläche des Zentralfriedhofes bis zur Alten Heerstraße nicht mehr erforderlich ist. Die Bevölkerungsentwicklung und ein verändertes Bestattungsverhalten machen eine Erweiterung bis zur Alten Heerstraße unnötig. Der fortschreitende Trend hin zu Urnenbeisetzungen, die Anlegung von Tiefengräbern, die Reduzierung der Nutzungszeit, die anonyme Sarg- als auch Urnenbestattung etc. verringern den zukünftigen Flächenbedarf auf dem Zentralfriedhof. Außerdem ist die Zahl der hier registrierten Sterbefälle bei der ausländischen Bevölkerung konstant niedrig, weil z.B. viele türkische Migranten in die frühere Heimat zurückkehren und in jedem Fall aber dort beigesetzt werden wollen. Der Islam schreibt auch vor, dass Muslime nicht gemeinsam mit Angehörigen anderer Religionen bestattet werden dürfen.

Aufgrund des Wandels in der Friedhofskultur und der registrierten Flucht aus der Grabpflege haben schon viele andere Städte in Bebauungsplänen festgesetzte Friedhofserweiterungsflächen aufgegeben und nehmen den Flächenanspruch weiter zurück. Da die bevorratete Friedhofsfläche am Dormagener Zentralfriedhof aufgrund der Bevölkerungsentwicklung, des veränderten Bestattungsverhaltens und der Ausweisung von Friedhofsflächen in den einzelnen Stadtteilen nicht mehr in der damals planungsrechtlich festgelegten Größe notwendig ist, könnte im nordwestlichen Bereich bis zur Alten Heerstraße eine zusätzliche Gewerbefläche mit Beschränkung der Lärmwerte eingeplant werden. Südlich dieser vorgeschlagenen Gewerbefläche sollte dann als Ausgleichsmaßnahme ein ca. 100 m breiter Waldstreifen bis zum Holzweg angelegt werden.
Da ein Gewerbebetrieb an der Emdener Straße zum Verkauf ansteht, bietet es sich an, die Zufahrt zu dieser zusätzlichen Gewerbefläche von der Emdener Straße aus oder über ein noch nicht bebautes Gewerbegrundstück anzulegen.

Im Zusammenhang mit diesen Planungen könnte dann auch der vor Jahren geforderte zusätzliche Parkplatz für den westlichen Teil des Zentralfriedhofes angelegt und erschlossen werden. Der Verkaufserlös für die dann nicht mehr benötigte Friedhofsfläche könnte zur Konsolidierung des städtischen Haushaltes beitragen.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Harig                           
Ratsmitglied